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Kindersterblichkeit – Was bedeutet das?

Täglich sterben 30.000 Kinder! Über 50% der Todesfälle sind durch vermeidbare oder behandelbare Krankheiten wie Masern, Durchfall, Malaria, Lungenentzündungen und AIDS verursacht. Zusätzlich sind allein Mangelernährung und Hunger für den Tod von über 3,5 Millionen Kindern jährlich verantwortlich.

Die erschreckende Zahl von 8,8 Millionen sterbenden Kindern pro Jahr war Anlass für die Vereinten Nationen, die Senkung der Kindersterblichkeit in ihre Millenniumserklärung aufzunehmen. So wird bei Ziel 4 der Millennium Development Goals (MDGs) „Senkung der Kindersterblichkeit“ festgehalten, dass die Sterblichkeitsrate der Kinder unter fünf Jahren zwischen  1990 und 2015 um zwei Drittel gesenkt werden soll, was eine Rate von höchstens 59 Todesfällen pro 1.000 Geburten bedeutet. Gemessen werden die Fortschritte an dem Anteil der Kinder, die vor ihrem 5. Geburtstag sterben. Bisher hinkt man diesem Ziel jedoch deutlich hinterher.

Kindersterblichkeitsrate:
Die Kindersterblichkeitsrate ist die Anzahl der Kinder, die ihren fünften Geburtstag nicht erleben, auf tausend Geburten gerechnet.

Millenniumserklärung:
Im Jahre 2000 verabschiedeten Vertreter aus 189 Ländern bei einem Gipfeltreffen der Vereinten Nationen die Millenniumserklärung, die die Grundlage der internationalen Politik für globale Herausforderungen zu Beginn des 21. Jahrhunderts bildet. Es wurden 8 Ziele, sog. „Millennium Development Goals“ (MDGs) vereinbart.

Wie sieht die Situation in den verschiedenen Regionen der Erde aus?

Am schlimmsten ist die Situation in Afrika südlich der Sahara: Hier erleben 157 von 1.000 Kindern nicht einmal ihren 5. Geburtstag. 4,8 Millionen Kinder jährlich! Im Gegensatz zu Südostasien (Reduzierung um 55 Prozent), Nordafrika (um 57 Prozent) sowie Lateinamerika und der Karibik (um 51 Prozent) konnte in 27 Ländern, ein Großteil davon in Subsahara-Afrika, keinerlei Fortschritte erzielt werden. Vor allem ländliche Gebiete sind stark betroffen. In dem weltweit am meisten von AIDS betroffenen Südafrika stieg die Kindersterblichkeit seit 1990 sogar an.

Es gibt jedoch auch einige Erfolgsmeldungen aus dieser Region: So konnte die Kindersterblichkeit in Äthiopien, Mosambik, Namibia, Niger, Ruanda um 20%, in Malawi sogar um 29% reduzieren.

Ca. 40% aller Todesfälle ereignen sich in den bevölkerungsreichen Staaten Indien, Nigeria und in der Demokratischen Republik Kongo. Wenn das Millenniums-Ziel erreicht werden soll, ist es zwingend erforderlich, die Kindersterblichkeit in diesen Ländern zu senken.

Die Länder mit der höchsten Kindersterblichkeit sind Sierra Leone mit 270 Todesfällen / 1.000 Geburten, Angola mit 260 und Afghanistan mit 257 Todesfällen. Bei den Entwicklungsländern weisen Kuba mit 7 und Sri Lanka mit 13 Todesfällen pro 1.000 Geburten Von den Entwicklungsländern die geringsten Werte auf.

Entwicklungen der letzten Jahre

Rückblickend auf die vergangenen Jahre haben sich die Überlebenschancen von Kindern in Entwicklungsländern bereits verbessert. Erstmals in 2006 sank die Anzahl der gestorbenen Kinder unter 10 Millionen. Im Vergleich zu 1990, als noch über 13 Millionen Kinder sterben, bedeutet dies einen Rückgang um 24 %.

Was kann man dagegen tun?

Diese Erfolge vergangener Jahre basieren vor allem auf Verbesserungen im Bereich der Hygiene Impfschutz gegen Infektionskrankheiten, Ernährungszusätze zur Stärkung der Widerstandskraft, Förderung der Gesundheitdienste in Gemeinden sowie das Verteilen von imprägnierten Moskito-Netzen zum Schutz vor Malaria. Dennoch sterben in Entwicklungsländern nach wie vor über 80 von 1000 Kindern vor ihrem 5. Geburtstag an zu vermeidbaren Krankheiten. Daher gilt es, weiter in die Gesundheit und in den Schutz der Menschen zu investieren, die Voraussetzung für die soziale Entwicklung eines Landes ist.

Durch die Bündelung und bessere Koordination einfacher und kostengünstiger Maßnahmen, wie weltweite Impfkampagnen, imprägnierte Moskitonetze oder Vitamin-A-Gaben würden sich die Überlebenschancen der Kinder in Entwicklungsländern deutlich verbessern. Auch ist es wichtig, dass Familien, die in Armut leben, Zugang zu Medikamenten gegen Krankheiten wie Lungenentzündung, Durchfall und Malaria und zu Gesundheitsmaßnahmen zu geben und gleichzeitig gegen die weitverbreitete Mangelernährung vorzugehen.


 Anzahl der Kinder, die heute bereits verstorben sind: